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Eröffnungszüge in Backgammon : Teil II

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Im ersten Artikel dieser Serie haben wir uns Würfelergebnisse angesehen, die zu Anfang des Spiel immer mit den selben Eröffnungszügen gespielt werden. Im zweiten Artikel beschäftigen wir uns nun mit zwei weiteren Würfelergebnissen, bei denen sich viele Spieler einig sind, wie diese gespielt werden müssen. 


Die Würfelergebnisse die wir uns nun ansehen sind 6/2 und 6/3. 

Diese Würfelergebnisse können jeweils auf zwei verschiedene Arten gespielt werden und wir werden die Pros und Contras der verschiedenen Eröffnungszüge betrachten.
Sobald wir ein Spiel Backgammon anfangen, wollen wir die folgenden Ziele erreichen; 

1. Neue Points zu bauen
2. Mobilisierung der weit hinten liegenden Spielsteine
3. Abbau der Points mit hoher Spielsteinanzahl (Heavy Points)


6 & 3


Zwei Optionen bieten sich bei diesem Würfelergebnis an. Die erste Option ist 24/18, 13/10, wie die folgende Graphik zeigt:

Eröffnungszüge in Backgammon


Die Logik hinter diesem Zug beachtet zwei wichtige Aspekte. Betrachten wir zuerst den ersten Teil des Zugs, die gewürfelte 6 die mit 24/18 gespielt wird. Wir versuchen mit diesem Zug das Bar-Point des Gegners zu bauen, da wir immerhin nun schon einen Spielstein darauf platzieren konnten. Wenn Rot den Blot nicht schlägt, hat Schwarz eine Chance den Bar-Point erfolgreich bauen zu können.

Dieser Zug kann außerdem zu einer Serie von geschlagenen Spielsteinen führen. Zum Beispiel könnte Rot 42 rollen und dies mit 13/7 spielen (gesehen von Rot aus, für unsere Sicht, Schwarz, bedeutet dies: 12/18) und Schwarz dann 26 würfeln und dies mit 24/18 ausspielen. Dieser „Schlagabtausch“ im Spiel würde schließlich Schwarz einen Vorteil verschaffen, da er am Ende einen Spielstein von Rot von dessen Mittel-Point (das 12-Point auf dem Bild) zurück zum Anfang des Bretts schicken würde. Im Gegensatz hierzu hat Schwarz nur ein paar wenige Pips verloren, da bloß einer seiner weit hinten liegenden Steine geschlagen wurde.


Der zweite Teil des Zuges, die 3, die mit 13/10 gespielt wird, liefert eine gute Basis zum Bauen des Home-Boards von Schwarz. Außerdem erzeugt Schwarz so eine gewisse Flexibilität für den nächsten Spielzeug (sollte kein Stein von Schwarz auf dem Bar landen). Zum Beispiel würfelt Rot 52 und spielt 13/8, 24/22. Schwarz würfelt nun 51 bei seinem nächsten Zug. Er kann nun entscheiden, ob er das gegnerische Bar-Point baut mit 24/18 oder sein eigenes 5-Point mit 10/5, 6/5.

Natürlich kann Rot auch 61 würfeln und dies als 13/7, 8/7 spielen und somit sein eigenes Bar-Point bauen, dass ihm dann einen leichten Vorsprung verschaffen würde. Wie jeder Spielzeug in Backgammon ist auch dieser eine Abwägung zwischen Risiko und Belohnung – manchmal werden Sie einen Vorteil erhalten und manchmal eben nicht. 

Wenn man 24/18, 13/10 spielt führt dies oft zu komplexen Spielen in denen viele Steine bereits zu Anfang des Spiels geschlagen werden. 

Im Gegensatz hierzu nun die zweite Möglichkeit, 24/15, die im nachfolgenden Bild gezeigt wird:

Eröffnungszüge in Backgammon

Dieser Zug ist ein Versuch rasch einen Stein ins eigene Home-Board zu bringen. Sollte Rot kein Würfelergebnis würfeln, dass den soeben gezogenen Stein auf die Bar befördern kann, dann hat Schwarz bei seinem nächsten Zug eine gute Chance diesen Stein in Sicherheit zu bringen und somit einen seiner weit hinten liegenden Steine bereits sehr weit gezogen zu haben.

24/15 wird viel einfachere Spiele erzeugen. In späteren Artikeln werden wir sehen, dass es in Turnierspielen oft die beste Option ist manchmal komplexe und manchmal simple Spiele zu erzeugen. Dieses Auswahl können Sie oft bereits mit Ihrem Eröffnungszug treffen.

Anfänger, die mit einem starken Gegner in Backgammon konfrontiert sind, sollten 24/15 wählen und so ein simples Spiel erzeugen und versuchen zu halten. 

6 & 2

Die Optionen für diesen Eröffnungszug sind die selben wie bei 6&3. Die zwei Züge sind sich sehr ähnlich. Die komplexe Option ist 24/18, 13/11:

Eröffnungszüge in Backgammon


und die simplere Variante ist 24/16:


Eröffnungszüge in Backgammon

Als ich zum ersten Mal Backgammon spielte (vor mehr als 25 Jahren), wurde 62 üblicherweise mit 13/5 gespielt:

Eröffnungszüge in Backgammon

Im Laufe der Zeit hat sich die Backgammontheorie jedoch weiterentwickelt und die Notwendigkeit des raschen Bewegens der weit hinten liegenden Steine trat in den Vordergrund. 13/5 habe ich bloß ein paar mal gespielt gesehen in den letzten Jahren.

Die meisten Backgammonspieler werden sich für 24/18 und 13/10 oder 13/11 entscheiden mit 63 und 62 – die Spiele, bei denen es sich bloß um das Rennen nach Hause dreht werden immer weniger gespielt und Spieler schauen, dass sie das Spiel komplex gestalten können. Dies jedoch unter der Annahme, dass sie bessere Spieler als ihr Spielgegner sind. 


Bloß zwei mögliche Würfelergebnisse wurden hier besprochen und dennoch war es uns möglich eine Reihe an fundamentalen Tatsachen bezüglich Eröffnungszug-Theorie zu besprechen. Die Zeit, in der Sie Risiken eingehen können, ist gleich zu Anfang des Spiels, bevor Ihr Gegner neue Points im Home Board bauen konnte. Das Konzept, Steine auf die gegnerische Bar-Point zu ziehen mit 62 und 63, folgt dieser Theorie. Wir werden später sehen, dass diese Theorie auch auf 64 anwendbar ist, jedoch existiert hier dann noch eine dritte Option. 

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