
Derzeitiger Spielstand im Match und zu Beachtendes: 0-0 bis 3 (gewonnene Spiele), der Verdopplungswürfel liegt in der Mitte. Das ist leicht unterschiedlich zu einem Backgammon-Spiel um Geld, weicht jedoch nicht viel davon ab.
Das Wichtige an dieser Spielsituation ist:
Die Position ist annähernd symmetrisch, obwohl der Blot im Home Board des Spielers “Weiß” ein möglicher “builder” für ein 5 - Point Spielbrett (hier: ein Spielbrett, auf dem 5 Points, nicht das 5-Point, von mindestens zwei Steinen besetzt und somit sicher sind. Siehe auch Titel: 4 gesicherte Points, ein weiterer Point mit einem Blot belegt, was dem „,5“ in „4,5“ entspricht) ist und sich in Gefahr befindet, geschlagen zu werden.
“Schwarz” muss sich nun entscheiden, ob er den Blot nun schlagen will oder to collapse his board.
Was am Tisch geschah: Schwarz hielt den Anker, indem er 6-5, 6-3 spielte.
Das Ergebnis:

Drei mögliche Optionen bieten sich hier an, die alle gleich sinnvoll sind.
1. 21-17 packt den Stier bei den Hörnern.
Schwarz kann nicht ewig auf dieser Position verharren und selbst sein geringer Spielvorsprung wird ihn dazu zwingen, entweder seinen Anker aufzugeben oder das Spiel für verloren zu erklären.
2. 5-2, 3-2 hinterlässt einen Blot, aber entlastet einige Points
Schwarz wird noch immer 13 Spielsteine “im Spiel” haben, um sein Board zu blockieren und zu halten.
3. 6-3, 6-5 ist zwar für diese Runde sicher, gibt jedoch das 6-Point auf, das Schwarz wohl nicht mehr besetzen werden kann.
Betrachten wir zuerst die Resultate der einzelnen Züge, bevor wir jeden einzelnen genauer diskutieren werden.
21-17 birgt definitiv ein Risiko in sich. Weiß kann somit einige sehr starke Würfelergebnisse würfeln.
Der sichere Zug wird keine Gefahren erzeugen. Betrachten wir jedoch die Equities (Anteile, Siegchancen, Vorteil) für jedes mögliche Würfelergebnis von Weiß bezogen auf alle der drei Zugmöglichkeiten von Schwarz.

Nach 21-17:
| Gewürfelt |
Equity |
| 55 |
1.306 |
| 21 |
1.125 |
| 53 |
1.056 |
| 33 |
0.762 |
| 66 |
0.718 |
| 54 |
0.586 |
| 44 |
0.505 |
| 52 |
0.493 |
| 65 |
0.452 |
| 51 |
0.389 |
| 11 |
0.367 |
| 32 |
0.326 |
| 41 |
0.305 |
| 22 |
0.236 |
| 62 |
0.210 |
| 43 |
0.152 |
| 63 |
0.151 |
| 31 |
0.038 |
| 42 |
-0.067 |
| 61 |
-0.130 |
| 64 |
-0.153 |

Nach 5-2, 5-3
| Gewürfelt |
Equity |
| 31 |
1.002 |
| 21 |
0.597 |
| 11 |
0.582 |
| 51 |
0.571 |
| 61 |
0.569 |
| 66 |
0.543 |
| 55 |
0.537 |
| 44 |
0.517 |
| 64 |
0.512 |
| 41 |
0.493 |
| 33 |
0.446 |
| 22 |
0.442 |
| 53 |
0.424 |
| 62 |
0.411 |
| 32 |
0.385 |
| 63 |
0.375 |
| 43 |
0.353 |
| 52 |
0.223 |
| 42 |
0.127 |
| 65 |
0.104 |
| 54 |
-0.059 |

Nach 6-3, 6-5
| Gewürfelt |
Equity |
| 55 |
0.688 |
| 33 |
0.668 |
| 44 |
0.641 |
| 32 |
0.640 |
| 21 |
0.640 |
| 66 |
0.601 |
| 22 |
0.596 |
| 63 |
0.584 |
| 43 |
0.557 |
| 53 |
0.553 |
| 64 |
0.542 |
| 62 |
0.535 |
| 52 |
0.426 |
| 61 |
0.407 |
| 65 |
0.402 |
| 41 |
0.383 |
| 42 |
0.378 |
| 51 |
0.371 |
| 31 |
0.356 |
| 54 |
0.266 |
| 11 |
0.039 |
Was ist zu tun?
Der Abbau des 6-Points liefert Weiß bei seinem nächsten Würfelwurf einfach keine Möglichkeit ein schlechtes Ergebnis zu würfeln. Die Unfähigkeit von Schwarz das 6- oder 14-Point zu schlagen bietet relativ sichere Points zum Ablegen von Spielsteinen an.
Sollte Weiß geschlagen werden, kann Schwarz ihn nicht kontrollieren – jetzt nicht und im weiteren Verlauf des Spiels nicht. Schwarz hat ein 3-Point Spielbrett und wird im weiteren Spielverlauf höchstwahrscheinlich keine stärkere Spielposition einnehmen können.
Meiner Meinung nach ist es schwer die Analyse dieser Situation über einem Spielbrett durchzuführen. Man müsste jede der 3 Situationen aufbauen und dann die 21 möglichen Würfelergebnisse von Weiß beachten.
Konventionelle Backgammon-Theorie sagt uns, dass wir den Anker nur dann aufgeben dürfen, wenn es absolut notwendig ist. Der erste Spieler, der in einem „Halte-Spiel“ (also mit mehreren Ankern) einen Anker aufgibt, wird damit einen Nachteil für sich erzeugen. Schwarz ist auf jeden Fall im Nachteil hier.
Wir wissen aber auch, dass die Kontrolle der äußeren Felder und das Beisammenhalten der Spielsteine wichtige Elemente einer Strategie sind, wenn man Backgammon auf Sieg spielt. In diesem dem Ende nahen Spiel wird der Spieler gewinnen, der zuerst und vor allem erfolgreich aus dem gegnerischen Home Board ausbrechen und seine Steine in das eigene Home Board bewegen kann. Sobald Schwarz die zwei Spielsteine auf dem 6-Point aufgibt, wird Weiß für die gesamte Dauer des Spiels eine viel bessere Kontrolle über das Outer Board haben.
Diese Spielsituation erinnert mich an Kent Gouldings Maxime “Wenn Sie darum spielen, zu verhindern, dass Sie verlieren, dann werden sie unweigerlich scheitern.” Alles in Allem ist die Notwendigkeit der Verbundenheit der Spielsteine, die Flexibilität und die Kontrolle der äußeren Felder für Schwarz viel größer als die Kosten eines rasch geschlagenen Spielsteins, der, sollte Weiß seine Points nicht decken können, wieder ins Spiel zurückkommen kann.
Ein weiteres interessantes Fakt muss hier noch erwähnt werden: Wenn man die Equities betrachtet, sieht man, dass die meisten Spielzüge nach dem Räumen des 6-Points durch Schwarz sowie der Gegenzug von Weiß ihn in eine günstige Position für eine Verdopplung bringen.
Die Anzahl der Würfelergebnisse, die eine Equity zwischen 0,530 und 0,700 ergeben, sind:
21-17: 2 Würfelergebnisse! 5 shakes (hit and cover numbers) werden Weiß für ein Gammon spielen lassen, 66 und 33 geben Weiß eine Verdopplung und einen “big pass”. Die anderen 27 Würfelergebnisse bringen Weiß jedoch nicht einmal eine Verdopplung. Weiß wird in diesem Szenario einen minderen Nutzen aus dem Verdopplungswürfel ziehen können.
5-2, 3-2: 9 Würfelergebnisse. 31 lässt Weiß für ein Gammon weiterspielen, die anderen 25 Würfelergebnisse bringen, falls überhaupt, eine geringe Chance auf Verdopplung.
6-5, 6-3: 19 Würfelergebnisse! Die meisten Würfelergebnisse werden Weiß eine gute Kontrolle des äußeren Feldes geben. Das Rennen in das eigene Home Board mag nun auf Gleichstand stehen, Schwarz wird jedoch als erster bedeutend mit einem Spielstein geschlagen werden, meist zweifach.
Ich habe die Position mit dem Verdopplungswürfel für Schwarz ausgewürfelt – so, als hätte Weiß bereits verdoppelt. Zugegeben, dies wird die Gammon-Werte und das spätere Zeitfenster für die Chance auf Verdopplung für Weiß verändern, dennoch sehen wir, dass der Unterschied zwischen den unterschiedlichen Spielzügen deutlich enger geworden ist. Viel vom Vorsprung von 21-17 kommt von der späteren, relativen Ineffizienz des Verdopplungswürfels.

Diese Anaylse hat einen großen Fehler. Ich habe die Equities nach dem nächsten Zug von Weiß betrachtet. Die Wahl über den Verdopplungswürfel wird nach dem Zug von Weiß und dem darauffolgenden Gegenzug von Schwarz kommen. 3 mögliche Spielzüge mal 441 Reaktionsmöglichkeiten war ein bisschen zuviel zu analysieren. Beachten Sie jedoch, dass die Differenz in der Verdopplungs-Equity nach dem Auswürfeln zwischen dem besten und schlechtesten der 3 Spielzüge über 0,300 beträgt, wobei Weiß Kontrolle über den Verdopplungswürfel hat, und nur 0,130, wenn Weiß keine Kontrolle über den Verdopplungswürfel hat.
Die wichtigen Lektionen, die wir aus dieser Spielsituation lernen können, sind:
1) Kontrolle der äußeren Felder ist sehr wichtig in Backgammon
2) Gelegentlich erlangt die Verdopplungswürfeleffizienz ebenfalls an Bedeutung